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Mission

· Autor: Thomas · Lesezeit: ca. 9 Min.

Mission bedeutet, Informationen über den christlichen Glauben weiterzugeben, denn in den Medien hört man selten davon. Dabei genügt es, von den eigenen Glaubens­erfahrungen zu erzählen. Durch diese Hinweise kann jeder Mensch, der ernsthaft nach Gott sucht, ihn finden.

Bei dem Begriff “Mission” denken manche vielleicht zuerst daran, wie Christen ihren Glauben in weit entfernten Ländern verbreiten und dabei womöglich sogar gewaltsam versuchen, anderen Kulturen ihren Standpunkt aufzuzwingen. In diesem Artikel möchte ich jedoch zuerst einen Blick darauf werfen, welche Bedeutung christliche Mission hier und heute in einer demokratischen Gesellschaft haben kann, und dabei auch von meinen persönlichen Erfahrungen berichten.

Mission = Information

Ich glaube: Mission ist Information. Wirft man einen Blick in das Neue Testament der Bibel, findet man dort keine Grundlage, die ein gewalthaftes Vorgehen christlicher Missionare rechtfertigen würde. Bereits der Apostel Paulus – einer der ersten christlichen Missionare – erklärt in seinem Brief an die christliche Gemeinde in Ephesus, dass die Mittel eines gläubigen Christen gewaltfrei sein müssen.

Paulus gebraucht dafür das Bild der Ausrüstung eines Soldaten, so wie sie zur damaligen Zeit im römischen Reich üblich war. Er vergleicht die einzelnen Elemente mit den Eigenschaften, über die ein Christ jederzeit verfügen soll:

Denn für uns ist der Kampf nicht gegen Fleisch und Blut […] Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes […] Steht also, die Lenden umgürtet mit Wahrheit und gekleidet mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit und die Füße beschuht mit der Bereitschaft, das Evangelium des Friedens weiterzugeben. Außerdem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle Brandpfeile des Bösen auslöschen könnt. Und nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches das Wort Gottes ist. Durch alles Gebet und Flehen betet zu jeder Zeit im Geist […] auch für mich, dass mir Worte gegeben werden, wenn ich meinen Mund öffne, mit Freimütigkeit das Geheimnis des Evangeliums bekanntzumachen.

(Epheser 6,12-19)

Wie man an dem Vergleich von Paulus sehen kann, ist das Schwert des Christen, also seine Bewaffnung, keine eigentliche Waffe, sondern etwas Geistiges: das Wort Gottes. Im engeren Sinn ist damit die Bibel gemeint, in der uns Gott alle wichtigen Informationen über sich hinterlassen hat. In jedem Fall wird dadurch deutlich, dass ein Christ nicht mit Gewalt, sondern mit Worten “kämpft”.

(Zum Weiterlesen: Epheser 6,10-20; 2. Korinther 10,3-4)

Gute Nachricht(en)

Am Bild der Waffenrüstung haben wir gesehen, dass ein Christ keine Gewalt anwendet, sondern Worte seine “Waffe” sind. Das beantwortet allerdings noch nicht die Frage, warum er überhaupt Informationen über Gott und seinen persönlichen Glauben weitergeben sollte.

Überlegen wir uns einmal, welche Informationen die meisten Menschen in unserer Gesellschaft regelmäßig erhalten, unabhängig von ihrem Glauben oder ihrer Religionszugehörigkeit. Eine weit verbreitete Quelle von Informationen sind die tagesaktuellen Nachrichten, die heutzutage hauptsächlich über das Internet, Fernsehen, Radio oder traditionell über die Zeitung gelesen, gesehen und gehört werden.

Ein Großteil der aktuellen Nachrichten machen dabei leider die negativen Schlagzeilen aus: Während ich diesen Artikel schreibe, hielt die COVID-19-Pandemie die Welt gerade erst drei Jahre lang in Atem. Als wäre das nicht genug gewesen, herrscht seit einigen Monaten Krieg in der Ukraine, direkt vor unserer Haustür. Lange war das in Europa undenkbar, aber jetzt treibt viele die Sorge vor einem dritten Weltkrieg um.

Informationen über den christlichen Glauben sind dagegen in den Mainstream-Medien selten zu finden. Sicherlich gibt es in den Nachrichten auch vereinzelt positive Meldungen und es spricht prinzipiell erstmal nichts dagegen, sich in einem gesunden Rahmen mithilfe der Medien über das Weltgeschehen auf dem Laufenden zu halten.

Wir können aber festhalten, dass den meisten Menschen nicht automatisch Informationen über den christlichen Glauben zur Verfügung stehen, nur weil sie die in unserer Zeit üblichen Nachrichten aufnehmen. Als Christen müssen wir also selbst aktiv werden, um die Botschaft von unserem liebenden Gott in die Welt hinauszutragen und das weltliche Informationsangebot damit sozusagen zu vervollständigen.

(Zum Weiterlesen: Johannes 17,25-26; Römer 12,21)

Transparenz erzeugen

König David beschreibt Gott in den Psalmen mehrmals als eine “sichere Burg”. Die dicken Mauern einer Burg schützen offensichtlich die Menschen im Innern – und ich finde das ein sehr schönes Bild für den Glauben an Gott. Wenn man das Bild weiterdenkt, erkennt man aber auch, dass die dicken Mauern wenig durchlässig sind. Informationen dringen nur durch sie hindurch, wenn sie aktiv nach außen getragen werden.

Während meines Abiturs hatte mich meine damalige Freundin einmal zu einer Veranstaltung eingeladen, zu der sie wiederum von einer Freundin eingeladen worden war. An diesem Abend trat eine afrikanisch-deutsche Tanzgruppe auf, die uns mit Tanz und Trommeln unterhielt. Am Ende des Abends erwähnte die Sprecherin der Gruppe noch, dass Gott sie inspiriert habe, diese Tournee abzuhalten.

Rückblickend finde ich es sehr mutig und eine schöne Geste, einen solchen Auftritt bewusst zur Ehre Gottes zu machen. Mir fiel allerdings erst mehrere Jahre später, als ich mich selbst intensiver mit dem christlichen Glauben beschäftigte, auf, was das eigentliche Anliegen dieser Gruppe gewesen war – uns zu einer tiefergehenden Auseinandersetzung mit Gott zu ermutigen.

Dieses Beispiel zeigte mir, was für eine große Trennung die Burgmauern bewirken können. Vor lauter Tanzperformance hatte ich als Teilnehmer selbst nicht verstanden, was das eigentlich wichtige Thema der Veranstaltung hätte sein sollen. Dadurch wurde mir klar, dass man beim heutigen Publikum kein Grundwissen über den Glauben voraussetzen sollte.

Deshalb versuche ich auf diesem Blog deutlich zu machen, dass sich alle Artikel um den christlichen Glauben drehen und dabei helfen können, grundlegende Fragen zu beantworten. Dadurch möchte ich jedem einen Blick hinter die Burgmauern ermöglichen.

(Zum Weiterlesen: Psalm 18,3; Psalm 31,4; Psalm 71,3; Psalm 91,2; Psalm 144,2)

Erfahrungen teilen

Neben reinem Faktenwissen, das manche vielleicht noch im Religionsunterricht in der Schule vermittelt bekommen haben, scheint mir besonders wichtig, auch die praktische Anwendung des Glaubens im eigenen Leben zu erklären. Eben zu versuchen, eine Antwort auf die Frage “Wie kann ich Gott erleben?” zu geben, die auch für Menschen verständlich ist, die nicht bereits von klein auf mit dem christlichen Glauben aufgewachsen sind.

Ich erinnere mich noch sehr gut an einen Mitschüler aus dem Religionsunterricht. Er erzählte uns, wie er mit seiner Familie nach einem Unfall für die Heilung eines Knochenbruchs gebetet hatte, und der behandelnde Arzt kurze Zeit später auf dem Röntgenbild tatsächlich keine Fraktur mehr feststellen konnte. Ein harter Skeptiker wird sich auch von solchen Berichten nicht überzeugen lassen, aber ich finde solche Erlebnisse wichtig, um die praktische Bedeutung des Glaubens zu veranschaulichen.

Auch in der Bibel finden wir Beispiele von Menschen, die ihre persönlichen Erlebnisse mit Gott preisgeben: Als Paulus in Jerusalem von seinem Glauben erzählt, der den damaligen religiösen Praktiken völlig widerspricht, kommt es zu einem Tumult und er wird verhaftet. Als er sich dafür schließlich vor dem König rechtfertigen muss, erklärt Paulus ihm anhand seiner Lebensgeschichte, wie ihn seine Begegnung mit Jesus zum Guten verändert hat. Am Ende wird Paulus freigesprochen und der König fügt noch hinzu: “Es fehlt nicht viel und Du überredest mich, Christ zu werden.” (Apostelgeschichte 26,28)

Obwohl ich keine so aufregende Lebensgeschichte erzählen kann wie Paulus, versuche ich in diesem Blog meine persönlichen Erlebnisse mit einfließen zu lassen. Glaube ist für mich nicht nur etwas, das sonntags in der Kirche stattfindet, sondern auch eine Auswirkung auf mein restliches Leben hat. Deswegen scheint es mir nur normal, darüber auch zu berichten. Ich hätte sonst das unangenehme Gefühl, dass ich einen Teil meines Lebens absichtlich verstecken würde.

(Zum Weiterlesen: Markus 8,38; Lukas 9,26; Lukas 10,25-28; Apostelgeschichte 9,1-31; Apostelgeschichte 22,1-22; Apostelgeschichte 26; Römer 1,16; 2. Korinther 5,14)

Toleranz leben

Mir persönlich ist der Glaube ein wichtiges Thema, denn dabei geht es um die Frage, was nach dem Tod mit uns passieren wird. Ich fand es allerdings lange Zeit schwierig, darüber gewinnbringende Gespräche zu führen. Ich hatte Bedenken, dass ich dabei nur versuche, anderen meine Meinung aufzuschwatzen, und sie dadurch im Endeffekt eher abschrecke anstatt ihnen weiterzuhelfen.

Selbst wenn wir nur mit Worten “kämpfen”, können wir dabei andere Menschen verletzen – davor warnt uns auch die Bibel und mahnt uns, unsere “Zunge” richtig zu gebrauchen. Mich erinnert das Thema an Promoter in der Fußgängerzone, die Spenden für bekannte Umwelt- oder Tierschutz­organisationen sammeln. Auch sie haben im Herzen eine gute Absicht, trotzdem fühlen sich manche Passanten von ihnen überrumpelt.

Grundsätzlich scheint sich das Werben auf der Straße zu lohnen, sonst würde es nicht mehr gemacht werden. Ich persönlich bin allerdings nicht der Typ, der sich auf der Straße spontan entscheiden würde, einen Vertrag zu unterschreiben, auch wenn es um ein scheinbar einfaches Thema geht. Und die Frage nach dem Glauben ist ein Thema mit noch größeren Konsequenzen als zum Beispiel die Entscheidung für einen Berufswunsch oder einen Ehepartner.

Bevor ich mich bewusst für den christlichen Glauben entschieden habe, hatte ich viel über unterschiedliche Religionen und die jeweiligen Pro- und Contra-Argumente gelesen. Darum denke ich, dass es vor allem wichtig ist, interessierten Menschen die Informationen zur Verfügung zu stellen, die ihre gerade aktuellen Fragen tatsächlich betreffen. Dafür gibt es kein fertiges Konzept, sondern es erfordert auch erst einmal zuzuhören, was sie beschäftigt und was für eine Beziehung sie momentan zu Gott haben.

Gott hat mir gezeigt, dass er uns liebt und wir in ihm alles haben, was wir brauchen. Deshalb brauche ich keine Bestätigung von anderen Menschen, dass sie meinen Glauben auch gut finden. Letztendlich muss ich mich vor Gott verantworten und ihm gegenüber mit meinem Gewissen im Reinen sein. Wie sich andere Menschen bezüglich ihres Glaubens entscheiden, ist ihre freie Entscheidung. Deshalb genügt es, wenn ich ihnen einfach aus meiner Perspektive erzähle.

(Zum Weiterlesen: Matthäus 7,1-2; Römer 2,1; Römer 14,4)

Das Puzzle fügt sich zusammen

Wenn der Glaube eine freie Entscheidung ist, kann man dagegen einwenden, dass es auch Menschen gibt, die nie die Möglichkeit hatten, sich aus freien Stücken für eine Beziehung mit Gott zu entscheiden, weil sie die nötigen Informationen über den christlichen Glauben nie erhalten haben. Wenn Gott wirklich so gut ist, wie wir als Christen behaupten, sollte er dann nicht auch mehr auf sich aufmerksam machen, damit jeder Mensch die Chance bekommt, eine Entscheidung zu treffen?

Meiner Erfahrung nach begegnet Gott den Menschen in ihrem Leben immer wieder. Bei mir waren das nicht nur die zwei Beispiele von der Tanzgruppe und dem Mitschüler. Auch zu der Zeit, als ich mich mehr mit Yoga als mit Gott beschäftigt hatte, sprach mich einmal plötzlich ein Mann im Buchladen an, als wir beide den Ständer mit den Grußkarten durchstöberten. Obwohl ich ihn nicht kannte, erzählte er mir kurz seine Lebensgeschichte und wie ihm der Glaube an Jesus Hoffnung gibt, auch wenn die Welt zu Ende geht.

Zumindest hier in Deutschland gibt es auch immer wieder Plakataktionen, die zum Beispiel auf Bibelverse hinweisen. Diese kleinen Begebenheiten können sich schließlich wie Puzzlestücke zusammenfügen: Erst später wird einem dann bewusst, wie Gott eine Spur von Hinweisen gelegt hat, die einen zu ihm geführt haben. Hier wird die Frage nach weit entfernten Ländern wieder relevant: Mittlerweile ist die Bibel, das Wort Gottes, in 719 Sprachen vollständig übersetzt worden und in viele weitere bereits teilweise.1

Dennoch gibt es Länder, in denen es schwierig ist, eine Bibel zu kaufen, oder es sogar verboten ist, sie zu besitzen. In diesen Ländern werden Christen heutzutage genauso verfolgt, wie es schon am Anfang des Christentums der Fall gewesen ist.2 Aber selbst dort gibt es Christen, die ihren Glauben weitergeben, obwohl das öffentliche Reden darüber verboten ist. Aus manchen dieser Ländern hört man Berichte, dass Gott den Menschen in ihren Träumen begegnet.

Gott ist allwissend. Darum glaube ich, dass er bereits im Voraus genau weiß, wer sich wann und wie für ihn entscheiden wird. Aus unserer begrenzten, menschlichen Perspektive können wir das “Puzzle” erst erkennen, wenn es fertig ist. Gott kann unsere Entscheidungen aber schon lange bevor wir sie getroffen haben sehen. Dadurch kann er rechtzeitig die Weichen stellen, sodass wir zur richtigen Zeit von ihm erfahren werden. Darum bin ich überzeugt, dass jeder, der aufrichtig nach Gott sucht, ihn finden wird.

(Zum Weiterlesen: Hiob 42,1-6; Sprüche 8,17; Jeremia 29,13-14; Matthäus 7,7-11; Matthäus 28,19-20; Markus 16,15-20; Lukas 11,9-13; Römer 8,28; 1. Timotheus 2,3-4)